Amtliche Meldung

Die Klimaschutzbeauftragte informiert

Schotter adé!  Pflanzaktion an der Grundschule Heilig-Kreuz in Weiler

Der Wunsch nach Pflegeleichtigkeit begründet bei vielen Gartenbesitzern die Entscheidung für einen Schottergarten. Doch dieser bringt nicht nur Nachteile für die Insektenvielfalt, sondern schadet auch dem Mikroklima. Wie Christian Kotremba, Klimawandelanpassungscoach des Kompetenzzentrums für Klimawandelanpassungsfolgen, im Rahmen eines Workshops zu klimawandelangepasster Bauleitplanung erklärte, heizen sich die Schotterflächen vor allem in den zunehmenden Hitzesommern massiv auf, tragen zur Staubbildung bei und bieten bei Starkregenereignissen keine Möglichkeit der Regenwasserversickerung. Und auch der Wunsch nach Pflegeleichtigkeit erweist sich als trügerisch, wie die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe selbst an der Grundschule Heilig-Kreuz in Weiler erfahren musste. Durch Laubansammlung und Samenflug verunkrauten die Schotterflächen binnen weniger Jahre und werden ohne den Einsatz von schädlichen Unkrautvernichtern unansehnlich.

Im Rahmen des vom Bund finanzierten Projekts „Klimawandelanpassungscoach“ konnte ein Großteil des Schotterhangs der Grundschule Weiler nun erfolgreich renaturiert werden. Pflanzplaner Klaus Ullrich von Agroscience konzipierte einen Naschgarten mit Kornelkirsche, stachellosen Brombeeren und Felsenbirne, sowie vielen hitzeverträglichen Kräutern und blühenden Stauden, die – einmal angewachsen – keiner großen Pflege mehr bedürfen.

Die Pflanzung war eine Gemeinschaftsaktion der Naturschutzgruppe Weiler mit den Schülern und Schülerinnen der Wald-AG, die tatkräftig von Schulleiter Yannis Mack und engagierten Lehrkräften und Eltern unterstützt wurden. Als Wohnraum für Kleintiere entstanden mit großem Engagement und viel Begeisterung ein Totholzhaufen, ein Naturstein-Beet und unter der Anleitung von Biologin Hannah Bolz ein großes Insektenhotel. Den Kompost zur Bodenverbesserung hatte das Kompostwerk Reterra in Essenheim gesponsort, zur Stärkung reichte die Naturschutzgruppe Weiler leckeren Streuobstwiesen-Apfelsaft.

Mit der Pflanzaktion konnte die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe gleichermaßen einen Beitrag zum Klimaschutz wie zum Naturschutz leisten, sowie auf die Herausforderungen des Klimawandels mit seinen Trocken- und Hitzeperioden reagieren. Auf einer kommunalen Fläche entsteht nun ein blühendes Biotop mit Vorbildcharakter, das auch private Gartenbesitzer inspirieren soll. Wer über die Umgestaltung seines Schottergartens nachdenkt, kann sich gerne bei der Klimaschutzbeauftragten Sarah Wendel unter klimaschutz@vgrn.de oder telefonisch (0151-62472502) beraten lassen.

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